Jenseits des Krieges

Jenseits des Krieges (1996)

Ein Film von Ruth Beckermann; Kamera: Peter Roehsler. 35mm, Farbe, 117 min

Fünfzig Jahre jenseits des Krieges steht ein greller Raum ohne Charme in der Gegend. Er enthält eine Ausstellung, die gar keinen Charme haben will, denn sie heißt "Vernichtungskrieg" und handelt von den Verbrechen der Wehrmacht. Ruth Beckermann hat in dieser Ausstellung gedreht – nur dort. Aber ihr Film ist nicht "fensterlos" wie der Raum; er öffnet unglaubliche Blicke nach innen. Die Gesprächspartner der Regisseurin und "Darsteller" des Films sind fast alle ehemalige Wehrmachtsoldaten, die im Herbst 1995 die Ausstellung besuchen. Und fast alle rechtfertigen sich. Es gibt auch jene wie die 45-jährige Frau mit Tränen in den Augen: "Das kann nicht stimmen, was hier gezeigt wird … es können nicht alle schuldig sein … meine Onkel waren keine Mörder ..." Selten sagt einer Dinge wie diese: "Ich wundere mich, dass die Russen uns nicht alle erschlagen haben für das, was wir ihnen angetan haben." Am Ende ihres Textes, in dem sie über die Dreh-Erfahrung reflektiert, beschreibt Ruth Beckermann "die einzig mögliche Filmform: Auftritt, Abtritt; eine Serie. Eine Anhörung." Was den Film selbst betrifft, sei hinzugefügt: ein Meisterwerk des modernen dokumentarischen Kinos. (A.H.)

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