Ein flüchtiger Zug nach dem Orient

Ein flüchtiger Zug nach dem Orient (1999)

Ein Film von Ruth Beckermann; Kamera: Nurith Aviv, Sophie Cadet; Musik: Bruno Pisek, Peter Ponger, Ernst Zettl. 35mm, Farbe, 82 min

Ein etwas anderer "Sissi"-Film: Auszüge aus Briefen der Kaiserin, ihres Gatten und ihres Vorlesers treffen auf scheinbar beiläufig eingefangene, tatsächlich aber konzentriert komponierte Bilder Kairos, wo die Kaiserin selbst zwei Mal weilte. Ihr Blick und der Blick der Filmemacherin verlaufen ineinander – stellenweise ist man unsicher, wer hier "ich" sagt –, und auch die Chronologie beginnt sich aufzulösen. "Manchmal werden alle Zeitschichten auf wenigen Kilometern sichtbar", heißt es zu einer der langen, anhaltend spannenden Parallelfahrten im Film. Auf der Länge der Filmrollen von Ein flüchtiger Zug nach dem Orient überlagern sich 19. und 20. Jahrhundert, die Geschichte eines orientalistischen Blicks und der Versuch, diesen zumindest zu reflektieren, sowie die Geschichte einer Frau, die sich irgendwann nicht mehr fotografieren ließ, mit den filmischen Bildern, die ihr Blick hätten sein können. (A.B.)

In Anwesenheit von Ruth Beckermann

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