Die Spur führt nach Berlin (Fotograf: Arthur Grimm)

Die Spur führt nach Berlin (1952)

Regie: Franz Cap; Drehbuch: Hans Rameau; Kamera: Helmuth Ashley; Musik: Herbert Trantow; Darsteller: Gordon Howard, Irina Garden, Kurt Meisel, Barbara Rütting, Wolfgang Neuss, Horst Buchholz. 35mm, s/w, 90 min

Auf der Aussichtsplattform des Berliner Fernsehturms wird ein Mann so umstandslos umgelegt, dass man sich in New York oder Los Angeles wähnt. Aus heutiger Sicht kommt diese Mischung aus Nüchternheit und Pulp, mit der Franz alias František Čáp im Weiteren die Jagd auf eine Geldfälscherbande schildert, sehr modern, sexy, welthaltig, erstrebenswert daher – amerikanisches Kino vom Fetzigsten wie Feinsten. Für die konservativen Teile des damaligen Publikums, ganz zu schweigen von der entsprechend orientierten Kritik, klang das bedrohlich, standen doch viele Bundesdeutsche den USA unverhohlen feindselig gegenüber: Zum einen waren sie die potenteste Besatzungsmacht, zum anderen konnte man sich mit der so krass kommerziell verankerten Populärkultur des Landes nicht anfreunden. Die Spur führt nach Berlin spiegelt diese Hassliebe wider – um sich am Ende auf die Seite des generösen Genies Hollywood, der Ästhetik des Befreiers zu schlagen. (O.M.)

Einführung von Olaf Möller am 13.3.

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