Schicksal aus zweiter Hand (Foto: Deutsche Kinemathek)

Schicksal aus zweiter Hand (1949)

Regie, Drehbuch: Wolfgang Staudte; Kamera: Willy Winterstein; Musik: Wolfgang Zeller; Darsteller: Wilhelm Borchert, Marianne Hoppe, Erich Ponto, Heinz Klevenow, Ernst Waldow. 35mm, s/w, 101 min

Die junge Bundesrepublik war ein Reich der Scharlatane – ein Land, wo die Massen an Gutgläubigen mit ihrem jeweils anders schlechten Gewissen jedem hinterher rannten, der ihnen ein Morgen ohne Gestern versprach. Sylvio Sylvestro hätte einer von ihnen sein können. Heute macht er auf dem Rummelplatz den Wahrsager – früher, als er noch auf den Namen Michael Scholz hörte, war sein Metier das Versicherungswesen. Als er nun in seine Heimatstadt zurückkehrt, muss Sylvio feststellen, dass nicht alle Michael vergessen haben ... Eine Art Komplementärwerk zu Staudtes Brandbrief Die Mörder sind unter uns (1946): ein Trümmerfilm im Gewand eines (zeitlich nicht exakt verorteten) Historiendramas, in dem die Schuldfrage von einer höheren Warte aus mit gelassen-grimmiger Noir-Ironie kontempliert wird. Ein wenig bekanntes Meisterwerk des handwerklich vielseitigsten und politisch integersten aller BRD-Nachkriegskinokünstler. (O.M.)

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