Crash (Fotograf: Michael Gibson, Foto: Cinémathèque suisse)

Crash (1996)

Regie, Drehbuch: David Cronenberg nach dem Roman von J.G. Ballard; Kamera: Peter Suschitzky; Musik: Howard Shore; Darsteller: James Spader, Holly Hunter, Elias Koteas, Deborah Kara Unger, Rosanna Arquette. 35mm, Farbe, 100 min

"Maybe the next one, maybe the next one": ein Paar beim Sex auf der Dachterrasse, den Blick nach unten, zur Autostraße gerichtet, in der Hoffnung, dass es zum ersehnten Crash kommt. Eine melancholische wie monomanische Bearbeitung von J.G. Ballards großem Roman; absurde Reise in eine Subkultur, deren Mitglieder ausschließlich zwei Interessen haben: Sex und Autounfälle. Wäre nicht der verblüffend sanfte, teilweise romantische Tonfall von David Cronenbergs Inszenierung, man könnte den Film für ein ausgedehntes Gedankenspiel zum Begriffspaar Auto/Erotik halten. Nicht nur in der nüchternen Betrachtung des Unerhörten treffen sich Regisseur und Romanautor, auch im skeptischen Weltbild: eine apokalyptische Fusion von Pornografie und Technologie, der endlos prolongierte Todeswunsch als letzte Zuflucht einer gelähmten Zivilisation. Am Schluss von Crash kann folgerichtig nur ein Satz stehen: "Maybe the next one." (C.H.)

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