M. Butterfly (Fotograf: Takashi Seida)

M. Butterfly (1993)

Regie: David Cronenberg; Drehbuch: David Henry Hwang nach seinem Stück; Kamera: Peter Suschitzky; Musik: Howard Shore; Darsteller: Jeremy Irons, John Lone, Barbara Sukowa, Ian Richardson, Vernon Dobtcheff. 35mm, Farbe, 101 min

Basierend auf einem nahezu unglaublichen wahren Fall, erzählt M. Butterfly das Schicksal eines französischen Diplomaten, der sich in seine Madame Butterfly verliebt – eine männliche "Diva", die in der Chinesischen Oper ebendiese Rolle verkörpert. Im Zuge einer langjährigen Affäre benutzt "sie" ihn, um an geheime Informationen aus dem Westen zu gelangen. Orchestriert ist M. Butterfly als sparsames, tragikomisches Melodram, in dessen Zentrum die offensichtliche Selbsttäuschung des Protagonisten steht: Als Außenseiter in seiner Kultur erfindet er sich eine neue Welt rund um den Butterfly-Mythos (die Chinoiserie erfüllt hier eine ähnliche Funktion wie die Bildschirme in Videodrome). Das fragile Konstrukt zerbricht, als vor Gericht die Wahrheit ans Licht kommt. Um das Traumgebilde am Leben zu erhalten, beschließt der unglückliche Held in der virtuosen Schlussszene, mit seinen Projektionen zu verschmelzen – eine unvermeidliche, verzweifelte Cronenberg-Transformation. (C.H.)

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