Vorstadtvarieté (Foto: Filmarchiv Austria)

Vorstadtvarieté (1935)

Regie: Werner Hochbaum; Drehbuch: Hochbaum, E. Neubach nach Der Gemeine von F. Salten; Kamera: Eduard Hösch; Musik: Anton Profes; Darsteller: Luise Ullrich, Mathias Wieman, Hans Moser, Oskar Sima, Fritz Imhoff. 35mm, s/w, 97 min

Vier Filme hat Werner Hochbaum, ein Meister des deutschsprachigen Zwischenkriegskinos, in Österreich gedreht: Vorstadtvarieté ist der erste – und einer jener "nur drei Filme, die Sprache, Mentalität und Verhaltensweise der Wiener vermitteln" (Michael Pilz). Ein Bauzeichner wird 1913 zum k.u.k.-Militär eingezogen, seine Braut Mizzi aus Varieté-Kreisen schickt er zu den Eltern, um sie von der "verruchten" Bühne fernzuhalten. Aber Mizzi hält es am Land nicht aus, feiert als Sängerin in der Vorstadt Erfolge. Der eifersüchtige Bräutigam provoziert schließlich eine Tragödie. Die militärkritische Vorlage Felix Saltens musste zwar inhaltlich entschärft werden, aber der demaskierende Blick auf Wien-Klischees und Machtverhältnisse war Hochbaums volksstückhafter, treffsicherer Milieustudie nicht auszutreiben. Emblematisch: die Besetzung des "Urwieners" Hans Moser als Ordnungsfanatiker-Papa – die ernsthafte Vorstudie seiner lustigen Rollen. (C.H.)

Einführung von Christoph Huber am 7.4.

Freier Eintritt für Fördernde Mitglieder am 7.4.

Spieltermine: