Europa '51

Europa '51 (1952)

Regie: Roberto Rossellini; Drehbuch: Rossellini, Sandro De Feo, Mario Pannunzio, Ivo Perilli, Brunello Rondi; Kamera: Aldo Tonti; Musik: Renzo Rossellini; Darsteller: Ingrid Bergman, Alexander Knox, Ettore Giannini, Giulietta Masina, Tina Perna. 35mm, s/w, 118 min Restaurierte Premierenfassung der Cineteca Nazionale

Die Geschichte einer Verstörung. Ort des Geschehens: Rom. Ein zwölfjähriger Bub aus reichem Elternhaus bringt sich um. Seine Mutter versinkt in einer Krise, aus der aufzutauchen auch ihr erwachendes soziales Engagement nicht hilft. Sie entfremdet sich ihrem Mann, arbeitet mit Proletariern, hilft ungelenk am Fließband, bricht erneut zusammen. Weder Seelenarzt noch Priester vermögen Verständnis aufzubringen für ihre rührende, verzweifelte und völlig vergebliche Suche nach Sinn. Die Frau wird einer Anstalt, einem Irrenhaus überantwortet. Ihr Zustand: hoffnungslos. Noch viel hoffnungsloser: die Kälte um sie herum. Nur kurze sechs Jahre nach der großen Erwartung des Kriegsendes: eine zerrissene Gesellschaft, ein krankes Bürgertum. Europa '51. Der Befund einer Epoche. Aber auch ein Melodram mit Ingrid Bergman. Nichts, das den Gesichtern ablesbar bliebe. Film, so macht dieses zu Teilen rätselhaft kühle Werk deutlich, ist eine Kunst des Außenbleibens. (H.T.)