Masculin féminin

Masculin féminin (1966)

Regie, Drehbuch: Jean-Luc Godard nach La Femme de Paul und Le Signe von Guy de Maupassant; Kamera: Willy Kurant; Musik: Jean-Jacques Debout; Darsteller: Jean-Pierre Léaud, Chantal Goya, Marlène Jobert, Michel Debord, Brigitte Bardot, Françoise Hardy. 35mm, s/w, 106 min

Masculin féminin handelt von zwei Schnitten Wirklichkeit: "Paris im Wahlwinter 1965/66" und "Frankreichs Jugendliche zwischen 17 und 20". Godard praktiziert Kino-Soziologie – er zeigt das Einzelne, Einmalige, Besondere, auch das Banale, Nichtssagende, Zufällige. Splitter aus dem Leben fünf junger Pariser, den "Kindern von Marx und Coca-Cola". All dies frei nach zwei Novellen von Guy de Maupassant, aus denen Erzähltrümmer geworden sind – oder aber "fünfzehn präzise Ereignisse", eine Ciné-Zeitschrift, ein Essay aus Fragmenten, eine Anthologie über Denkmuster, Sprechweisen, Slogans, Phrasen, Parolen, Spleens, Nöte, Verhaltensarten, sexuelle Gebräuche, Moden, Normen einer von Konsum, Kino, katastrophaler Vereinzelung, Reklame und Informationskatarakten beglückten oder sterilisierten Jugend. Vietnam ist fern, das Chaos ringsum, die Beruhigung allmächtig, das Lügen leicht gemacht, die Geräusche der Stadt ebenso omnipräsent wie die Ohnmacht. (H.T.)

Spieltermine:

Mo 05.06.2017 21:00
(Frz. OmdU)
Sa 24.06.2017 19:00
(Frz. OmdU)