Ijul'skij dožd' (Juli-Regen) (Foto: Gosfilmofond of Russia)

Ijul'skij dožd' (Juli-Regen) (1966)

Regie: Marlen Chuciev; Drehbuch: Anatolij Grebnev, Chuciev; Kamera: German Lavrov; Musik: Jurij Visbor, Bulat Okudžava; Darsteller: Evgenija Uralova, Aleksandr Beljavskij, Jurij Visbor. Mosfil'm (Moskau). 35mm, s/w, 107 min

Lena trifft sich mit Volodja, aber die Zukunft, die er ihr bieten kann, findet sie nicht attraktiv. Sie beobachtet die Welt um sich, sucht zu ergründen, welche ihre Konstanten im Leben sind, spürt, dass sie einen anderen Weg einschlagen wird. Juli-Regen wurde wie Marlen Chucievs vorangegangener Film Ich bin zwanzig Jahre alt zu einem der wichtigsten Indikatoren der psychologischen Verfasstheit der Gesellschaft. Das Ende der Tauwetter-Utopie eines "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" fiel mit dem Erwachsenwerden der Tauwetter-Generation zusammen. Eine wichtige Rolle in Juli-Regen spielt das Bild der Stadt, darunter auch der eigenwillige Abschied vom alten Moskau: eine lange, symbolträchtige Kamerafahrt durch die Straßen hinter einem Pferdefuhrwerk. Eine Metapher des Vergangenen – in der nicht erhaltenen Urfassung dauerte die Episode deutlich länger und war emotional sehr wichtig. Der Export des Films wurde verboten. (Kleiman & Sopin)