Belle de jour (Schöne des Tages), 1967, Luis Buñuel

Belle de jour (Schöne des Tages) (1967)

Regie: Luis Buñuel; Drehbuch: Buñuel, Jean-Claude Carrière nach dem Roman von Joseph Kessel; Kamera: Sacha Vierny; Darsteller: Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli, Geneviève Page, Pierre Clémenti. 35mm, Farbe, 99 min
 
Die bürgerliche Frau, wandelnd voll Verlangen und schaudernder Neugierde im perversen, komischen, furchtbaren Garten der Lüste. Der Schlüssel, der ihr Zugang zum sexuellen Labyrinth verschafft, ist die Tatsache, dass sie ihre Außenwelt in jene zwei Teile separiert, in die ihre Innenwelt zerbrochen ist: Am Tag ist sie Hure, in der Nacht liebende Gattin. Was ihn an Filmen bewege, so Luis Buñuel, sei die Möglichkeit, ein Fenster zum Wunderbaren zu öffnen. In Belle de jour erweitert sich sein subversives Verfahren auf die Keuschheit und die sarkastische Abkürzung, mit denen er distanziert Abgründe schildert. Entwaffnend, schwerelos, vieldeutig das Ineinanderspiel von Traum und Realität, das den Grenzziehern die Arbeit erschwert. Denunziert Buñuel oder huldigt er? Ein Fallenwerk in Pastell. Das System der Verbote und Sehnsüchte, ausgemalt von seinem besessensten Kritiker und freiesten Chronisten. (H.T.)

Spieltermine:

Fr 29.12.2017 20:30
(Frz. OmdU)