Laitakaupungin valot (Lichter der Vorstadt), 2006, Aki Kaurismäki (Foto: Malla Hukkanen)

Laitakaupungin valot (Lichter der Vorstadt) (2006)

Regie, Drehbuch: Aki Kaurismäki; Kamera: Timo Salminen; Musik: Carlos Gardel, Melrose, Olavi Virta; Darsteller: Janne Hyytiäinen, Maria Järvenhelmi, Maria Heiskanen, Ilkka Koivula, Kati Outinen. 35mm, Farbe, 78 min
 
Koistinen arbeitet als Wachmann in einem modernen Geschäftsviertel Helsinkis und dreht nachts die Runden durch menschenleere Shopping Malls. Selbst lebt er in einem Kellerloch und wird nur von der Frau in der Imbissbude nebenan freundlich behandelt: Von den Kollegen wird Koistinen verachtet und von der Bank als kreditunwürdig eingestuft: Als er von der schönen Femme fatale Mirja angesprochen wird, kann es Koistinen kaum fassen: Doch sie ist bloß der Lockvogel einer Verbrecherbande ... Der Abschluss von Kaurismäkis zweiter finnischer Trilogie über die Würde des Menschen – genau genommen: ihre Entwertung – in Zeiten der Liberalisierung: Arbeitslosigkeit (Wolken ziehen vorüber), Obdachlosigkeit (Der Mann ohne Vergangenheit), Einsamkeit (Lichter der Großstadt). "Geld hat keine Moral – und kann auch keine haben", so Kaurismäki, der in diesem Noir-Moralstück alle romantischen Illusionen fahren lässt: ein unterschätztes Hauptwerk aus dem Geiste Jacques Beckers und Robert Bressons. (C.H.)

Spieltermine:

Mo 09.04.2018 20:30
(Finnische OmdU)
Do 03.05.2018 19:00
(Finnische OmdU)