Stranger Than Paradise, 1984, Jim Jarmusch

Stranger Than Paradise (1984)

Regie, Drehbuch: Jim Jarmusch; Kamera: Tom DiCillo; Musik: John Lurie, Screamin' Jay Hawkins, The Paradise Quartet; Darsteller: John Lurie, Eszter Balint, Richard Edson, Rammellzee, Rockets Redglare. 35mm, s/w, 89 min
 
Ein Schlüsselwerk seiner Dekade und des US-Independent-Kinos, das damals noch nicht als Marketing-Nische missbraucht war. Das gleiche gilt für die Begriffe hip und cool, deren brauchbare Definition – Stand 1984 – Jarmuschs körnig-schwarzweißer, stilbewusster zweiter Spielfilm lieferte. Europäischer Modernismus mischt sich mit amerikanischer Schäbigkeit: Bonjour tristesse als New York Deadpan sozusagen. Eine Ungarin bleibt zehn Tage im heruntergekommenen Apartment ihres Cousins im Big Apple, ein Jahr später folgt er ihr nach Cleveland, mit einem ausgebrannten Freund unternehmen sie einen Ausflug nach Florida (außerhalb der Saison): going nowhere slow. Geschildert als trefflich rhythmisierte Abfolge kurzer, statischer Einstellungen, was dem absurden Understatement der Charaktere entspricht: ein ironischer Kontrast zur Erzählung von Heimatlosigkeit und der Unfähigkeit, sich mitzuteilen. (C.H.)

Spieltermine:

Sa 28.04.2018 21:00
(Engl. OmdU)