Die Niklashauser Fart, 1970, Rainer Werner Fassbinder

Die Niklashauser Fart (1970)

Regie: Rainer Werner Fassbinder, Drehbuch: RWF, Michael Fengler, Kamera: Dietrich Lohmann, Musik: Peer Raben, Amon Düül II, Darsteller: Michael König, Rainer Werner Fassbinder, Hanna Schygulla, Walter Sedlmayr, Margit Carstensen, Kurt Raab, Günther Kaufmann, Ingrid Caven, Peer Raben, Magdalena Montezuma. 35mm, Farbe, 90 min
 
Nachschrift zu 1968. Woran scheitert eine Revolution? Als Ausgangspunkt der historische Fall des Viehhirten Hans Böhm, der 1476 nach einer Marienerscheinung vor das Volk trat und soziale Gleichheit predigte. Böhms protokommunistische Forderungen nach der Abschaffung aller Privilegien und Vergemeinschaftung des Eigentums trugen ihm binnen kürzester Zeit Zehntausende Anhänger ein – woraufhin er verhaftet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Fassbinder hieß das Medium Fernsehen wegen seiner Publikumswirksamkeit willkommen, um zum TV-Einstand mit Die Niklashauser Fart einen experimentell anmutenden Collage-Film, in dem er Godard am nächsten kommt, abzuliefern. Historische Zeichen und Phrasen ins Lebensgefühl und die Agitprop-Sprache der 1960er Jahre gepflockt. "Der Zuseher darf nicht auf den Gedanken kommen: Ach ja, das geschah 1476. So ein Gedanke würde ihn beruhigen, aber er soll ja beunruhigt werden beim Zuschauen." (C.H.)

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