Pioniere in Ingolstadt, 1971, Rainer Werner Fassbinder (©Rainer Werner Fassbinder Foundation)

Pioniere in Ingolstadt (1971)

Regie, Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder nach dem Theaterstück von Marieluise Fleißer, Kamera: Dietrich Lohmann, Musik: Peer Raben, Darsteller: Hanna Schygulla, Harry Baer, Irm Hermann, Walter Sedlmayr, Klaus Löwitsch, Günther Kaufmann. 35mm, Farbe, 87 min
 
Mit der antiteater-Bearbeitung von Marieluise Fleißers kritischem Volksstück hatte Fassbinder zur Wiederentdeckung der bayerischen Autorin beigetragen. Pioniere in Ingolstadt setzte den würdigen Schlusspunkt unter den Elf-Filme-Schaffensrausch 1969/70, bevor Fassbinder für Händler der vier Jahreszeiten eine mehrmonatige Produktionspause einlegte. Fleißers "stilisierte, antibürgerliche Satire über Kleinstadtmädchen und Soldaten, welche eine Brücke bauen, die nie fertiggestellt wird und nirgendwohin führt", befand Amos Vogel, sei mit "dem kühlen, artifiziellen Grundton, seinen eigenartig verschluckten Dialogen (in flacher, brechtscher Monotonie vorgetragen) und den seelisch verstümmelten Protagonisten eine großartig bewegende Metapher einer nachatomaren, kriegsneurotischen Generation: Die Männer sind zu gefühllosen Robotern geworden; wenn noch Hoffnung bleibt, so von den unterdrückten Mädchen". (C.H.)

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