Whity, 1971, Rainer Werner Fassbinder

Whity (1971)

Regie, Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder, Kamera: Michael Ballhaus, Musik: Peer Raben, Darsteller: Günther Kaufmann, Hanna Schygulla, Ulli Lommel, Harry Baer, Katrin Schaake, Ron Randell, Kurt Raab, Rainer Werner Fassbinder. 35mm, Farbe, 95 min
 
Fassbinders einziger Western erzählt die Geschichte des Dieners Whity (Günther Kaufmann), der als illegitimes Kind eines Gutsbesitzers mit der schwarzen Köchin auf dem Anwesen des dekadenten Nicholson-Clans sein Dasein fristet und so lange die Demütigungen erduldet, bis er im Zug perverser Familienintrigen zum (selbst-) mörderischen Befreiungsschlag ansetzt. Whity ist auch Fassbinders erster Bilderrausch: Nach seinen reduzierten Gangsterfilm-Variationen verwirrte er die Kritik durch die übertriebene Üppigkeit in Farbe, Dekor und Kameraentfesselung, mit der das Treibhaus-Mausoleum des Nicholson-Herrenhauses durchmessen wird. Abgetan als Edelschnulze oder bestenfalls als Italowestern-Parodie, nahm der Film in der Fassbinder-Exegese lange Zeit nur einen marginalen Platz ein, als Ausgangspunkt für Warnung vor einer heiligen Nutte, der auf den desaströsen Drehumständen bei Whity basiert. (C.H.)

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