Fontane Effi Briest, 1974, Rainer Werner Fassbinder

Fontane Effi Briest (1974)

Regie: Rainer Werner Fassbinder nach dem Roman von Theodor Fontane, Kamera: Dietrich Lohmann, Jürgen Jürges, Darsteller: Hanna Schygulla, Wolfgang Schenck, Karlheinz Böhm, Ulli Lommel, Irm Hermann, Lilo Pempeit, Barbara Valentin, Eva Mattes. 35mm, sw, 141 min
 
Die siebzehnjährige Effi muss den deutlich älteren Baron Geert von Innstetten heiraten. Die Einsamkeit in ihrer neuen Umgebung wird durch die Beziehung zu einem Major gemildert, die Jahre später zu einer Tragödie führt. Fassbinder rekonstruiert das 19. Jahrhundert im Geist von Fontanes psychologischem Realismus, kombiniert diese Haltung aber mit Brecht'schen Verfremdungseffekten. Das Resultat ist eine exakte, epische Analyse gesellschaftlicher Zwänge, übersetzt durch klaustrophobisch kristalline Stilmittel, Fontane Effi Briest wird Fassbinders größter Erfolg. Allein dessen Bewunderer John Waters neigt zu perversem Partisanentum: "Fassbinders einziger schlechter Film". Was, übertragen aus der Sprache des Camp, soviel heißen könnte wie: sein bester. (C.H.)

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