Schatten der Engel, 1976,  Daniel Schmid

Schatten der Engel (1976)

Regie: Daniel Schmid, Drehbuch: Schmid, Rainer Werner Fassbinder nach seinem Theaterstück Der Müll, die Stadt und der Tod, Kamera: Renato Berta, Musik: Peer Raben, Gottfried Hüngsberg, Darsteller: Ingrid Caven, Rainer Werner Fassbinder, Klaus Löwitsch, Annemarie Düringer, Adrian Hoven, Ulli Lommel, Irm Hermann, Hans Gratzer, Peter Chatel, Harry Baer. 35mm, Farbe, 102 min
 
Die kränkliche Prostituierte Lily wird von Freiern ignoriert und vom Zuhälterfreund geschlagen. Bis ein politisch bestens vernetzter Immobilienhai, der sich nur "der reiche Jude" nennt, auftaucht und Lily als Zuhörerin engagiert. Aber er hat ein geheimes Motiv: In Lilys Vater, einem unbelehrbaren Nazi, sieht er den Schuldigen am Tod seiner Eltern. 1974 kam es wegen Fassbinders Theaterstück Der Müll, die Stadt und der Tod zur größten Kontroverse seiner Karriere: Der kritisch-analytischen Auseinandersetzung mit dem "Frankfurter Häuserkampf", Grundstückspekulation und politischer Korruption wurde Antisemitismus vorgeworfen, die Aufführung verhindert – und Fassbinders verwandtes Filmprojekt abgeblasen. Sein Freund Daniel Schmid verfilmte dann auf Fassbinders Wunsch das Stück in stilisierten Szenenblöcken mit musikalischen Zwischenspielen. Eine der faszinierendsten Randerscheinungen im Fassbinder-Werk. (C.H.)

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