Despair – Eine Reise ins Licht, 1978, Rainer Werner Fassbinder

Despair – Eine Reise ins Licht (1978)

Regie: Rainer Werner Fassbinder, Drehbuch: Tom Stoppard nach dem Roman von Vladimir Nabokov, Kamera: Michael Ballhaus, Musik: Peer Raben, Darsteller: Dirk Bogarde, Andrea Ferréol, Volker Spengler, Klaus Löwitsch, Alexander Allerson, Bernhard Wicki, Peter Kern, Gottfried John, Roger Fritz, Armin Meier, Ingrid Caven. 35mm, Farbe, 119 min
 
Fassbinders erstes Prestigeprojekt für den internationalen Markt: als Weltliteraturvorlage Nabokovs Dostojewski-Parodie Verzweiflung, starbesetzt, uraufgeführt in Cannes – und als unpersönliche Superproduktion abgetan. Dabei ein hinterfotziges Fassbinder-Stück und Schlüsselstein in seiner "Deutschen Chronik". Art-déco-Apotheose von Weimar-Berlin in der Weltwirtschaftskrise, die Nazis im Anmarsch. Dirk Bogarde als exilrussisch-jüdischer Schokoladefabrikant ist seiner Luxus-Existenz überdrüssig. Den Ausweg soll der "perfekte Mord" an einem obdachlosen Double (Klaus Löwitsch) liefern, in dessen Haut er schlüpfen will – und das ihm freilich überhaupt nicht ähnlich sieht. Es folgt die Flucht in den Wahn: Identitätsverlust und (Selbst-)Zerstörung als vermeintlicher letzter Ausweg für das bürgerliche Subjekt und die Nation. (C.H.)

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