Die Ehe der Maria Braun, 1978, Rainer Werner Fassbinder

Die Ehe der Maria Braun (1978)

Regie: Rainer Werner Fassbinder, Drehbuch: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich nach einer Idee von RWF, Kamera: Michael Ballhaus, Musik: Peer Raben, Darsteller: Hanna Schygulla, Klaus Löwitsch, Ivan Desny, Gottfried John, Gisela Uhlen, Günter Lamprecht, Elisabeth Trissenaar, Peter Berling, Volker Spengler, Rainer Werner Fassbinder. 35mm, Farbe, 120 min
 
Man kann Fassbinders späte Filme als Versuch sehen, die deutsche Zeitgeschichte noch einmal kritisch aufzurollen: Die Ehe der Maria Braun, Teil 1 seiner Trilogie über die 1950er Jahre, reicht vom Ende des Weltkriegs bis zum Neuerwachen deutscher Siegergefühle anlässlich der Fußball-WM 1954. Dazwischen liegt die Geschichte von Maria Braun, vermeintlicher Soldatenwitwe, die sich in der Wirtschaftswunderzeit dem Schein nach emanzipiert und Erfolg in Beruf und Beziehungen erringt, indem sie männliche Verhaltensmuster anzuwenden lernt. Fassbinder inszeniert schnörkellos auf den Punkt, oft bildgewaltig, spannungsgeladen, dabei stets dialektisch: Am Ende werden Triumph und Selbstauslöschung eins, verglühen in einer rätselhaften Explosion des Vergessens. Dann vier Fotografien: die Nachkriegskanzler. Es fehlt: Willy Brandt, Exilant und Untergrundkämpfer während der Nazi-Diktatur. (C.H.)

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