Lili Marleen, 1981, Rainer Werner Fassbinder

Lili Marleen (1981)

Regie: Rainer Werner Fassbinder, Drehbuch: Manfred Purzer, RWF nach Der Himmel hat viele Farben von Lale Andersen, Kamera: Xaver Schwarzenberger, Musik: Peer Raben, Norbert Schultze, Darsteller: Hanna Schygulla, Giancarlo Giannini, Mel Ferrer, Christine Kaufmann, Karin Baal, Udo Kier, Gottfried John, Barbara Valentin, Franz Buchrieser, Lilo Pempeit, Rainer Werner Fassbinder, Brigitte Mira, Herb Andress, Daniel Schmid, Irm Hermann, Harry Baer, Peter Chatel, Volker Spengler. 35mm, Farbe, 120 min
 
Fassbinder und sein Komponist Peer Raben setzen Musik mit einer Komplexität ein, die im deutschen Kino ihresgleichen sucht: Lili Marleen, lose an Lale Andersens Autobiografie angelehnt, nutzt den berüchtigten Schlager als roten Handlungsfaden einer epischen rise and fall story aus der Nazi-Ära, changierend zwischen kühler Distanz und emotionaler Überhöhung. So wie die Verwendung des Titellieds seine Funktion als Propagandainstrument mitdenkt, reflektiert Fassbinder auch die Gestaltungsmittel des Filmmelodrams in seinen Arrangements: leuchtende Farben, große Gefühle, schwelgerische Dekors, so lange hin und her verschoben, bis die moralische Unsicherheit im Zentrum des Films zur eigentlichen Hauptdarstellerin wird. Frage, 1974: "Wollen sie den deutschen Hollywoodfilm?" Antwort Fassbinder: "Ja." (C.H.)

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