Querelle, 1982, Rainer Werner Fassbinder

Querelle (1982)

Regie, Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder nach Querelle de Brest von Jean Genet, Kamera: Xaver Schwarzenberger, Musik: Peer Raben, Georg Friedrich Händel, Darsteller: Brad Davis, Franco Nero, Jeanne Moreau, Hanno Pöschl, Günther Kaufmann, Burkhard Driest, Roger Fritz, Robert Van Ackeren, Frank Ripploh, Harry Baer. 35mm, Farbe, 108 min
 
Jean Genet, Prophet des Himmlisch-Hässlichen, war ein Beobachter der Leidenschaft: In seinem halbstündigen Liebeslied auf den Eros, Un chant d'amour, beschrieb er die extreme Anziehungskraft zwischen Häftlingen, getrennt durch Mauern, vereint in Ekstase. Rainer Werner Fassbinder nimmt Genets Neigung zum Extremismus der Gefühle und seine Vorstellungen zu Macht und Begehren und arrangiert sie in seinem letzten Film zu einem Breitwandgemälde künstlicher, berauschend unwirklicher Studiopracht. Ein Reigen um Leidenschaft und Tod, im Zentrum: Brad Davis als der Matrose Querelle, an dem sich die Glut der Begierde entzündet, um lichterloh abzubrennen. Rund um ihn flattert eine europäische Starbesetzung durch das seltsam distanzierte und tragisch-ironische Geschehen – wie Motten im Licht. Und Jeanne Moreau singt Oscar Wilde: "Each man kills the thing he loves." (C.H.)

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