E venne un uomo (Es kam ein Mensch: Auf den Spuren von Johannes XXIII.), 1965, Ermanno Olmi

E venne un uomo (Es kam ein Mensch: Auf den Spuren von Johannes XXIII.) (1965)

Regie: Ermanno Olmi; Drehbuch: Olmi, Vincenzo Labella nach dem Buch von Papst Johannes XXIII.; Kamera: Piero Portalupi; Musik: Franco Potenza; Darsteller: Rod Steiger, Adolfo Celi, Giorgo Fortunato, Ottone Candiani, Alfonso Orlando. 35mm, Farbe, 85 min
 
Eines von Olmis verkanntesten Werken: Ausgerechnet James-Bond-Produzent Harry Saltzman hatte dem tiefgläubigen Regisseur das Angebot gemacht, die Biografie des kürzlich verstorbenen "guten Papstes" Johannes XXIII. zu verfilmen. Statt als handelsübliches Biopic konzipierte Olmi E venne un uomo als Mosaik, um Angelo Giuseppe Roncallis Weg zur Berufung als Papst und seine volksnahe Aura einzufangen. Seinen Star Rod Steiger setzt Olmi als "Mediator" ein, der die Geschichte begleitet und kommentiert (und nur gelegentlich Roncalli selbst repräsentiert). Olmis dokumentarisch geschulter Blick öffnet sich hier deutlich in die Richtung eines beiläufig-magischen Realismus, der fast märchenhafte Züge annimmt, wenn er die Kindheit des zukünftigen Papstes in einer ärmlichen Bauernfamilie aus der Provinz Bergamo schildert. Ein Schlüsselstein im Olmi-Projekt: Das Lob eines gewöhnlichen Menschen, aber nicht für seine Gewöhnlichkeit, sondern für seine Einzigartigkeit. (C.H.)
 
Courtesy of Cineteca Nazionale