L’albero degli zoccoli (Der Holzschuhbaum), 1978, Ermanno Olmi (Foto: Filmarchiv Austria)

L'albero degli zoccoli (Der Holzschuhbaum) (1978)

Regie, Drehbuch, Kamera: Ermanno Olmi; Musik: Fernando Germani; Darsteller: Luigi Ornaghi, Francesca Moriggi, Omar Brignoli, Anotnio Ferrari, Teresa Brescianini. 35mm, Farbe, 186 min
 
Olmis berühmtester Film schildert mit ethnografischer Akribie das Leben von armen lombardischen Bauern an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Vier kinderreiche Familien leben zusammen als Pächter auf einem Hof: Zwei Drittel der hart erarbeiteten Ernte müssen sie an den Gutsherrn abführen, dem auch das Land und der Großteil des Viehs gehört. Der sozialen Ungerechtigkeit widerstehen sie durch Naturverbundenheit und Glaubensüberzeugung, auch wenn die abendlichen Zusammenkünfte in der Scheune mit Erzählungen und Liedern die einzige Abwechslung vom täglichen Schuften sind. Gerade weil Olmi auf spektakuläre Gesten verzichtet, gewinnt sein Epos an Größe. Sie entsteht vielmehr aus der Aufmerksamkeit für die minimalen Details, was die völlige Versenkung in eine Existenz zulässt, die fast ausschließlich von den Rhythmen der Arbeit und der Natur bestimmt wird. Das Monument einer Poesie ohne Künstlichkeit. (C.H.)
 
Courtesy of Cineteca Nazionale