Centochiodi (Hundert Nägel) (2007)

Regie, Drehbuch: Ermanno Olmi; Kamera: Fabio Olmi; Musik: Fabio Vacchi; Darsteller: Raz Degan, Luna Bendandi, Andrea Lanfredi, Amina Syed, Carlo Faroni. 35mm, Farbe, 92 min
 
Zur Eröffnung ein schockierendes Rätsel: In der Bibliothek der Universität von Bologna sind hundert mittelalterliche Handschriften mit großen Zimmermannsnägeln durchbohrt worden. Der symbolische Akt eines Philosophiedozenten, der die Welt der Bücher hinter sich lassen wird und untertaucht, während er ins Visier der Polizeiermittler gerät, die seinen Ausweis aus dem Fluss fischen. Der Dozent hat sich inzwischen in der Po-Ebene in einer verfallenen Hütte eingerichtet und unterstützt die armen Nachbarn, deren illegal errichtete Häuser abgerissen werden sollen. Die Bevölkerung beginnt, ihn Jesus zu nennen … Nicht den "Sohn Gottes, sondern den Menschensohn" wollte Olmi in seiner Christus-Allegorie darstellen: Centochiodi war der erste seiner angekündigten "letzten" Spielfilme: ein Werk der Abkehr (von einer Gesellschaft, die sich selbst zerstört, weil sie ihre Werte vergessen hat) und doch, wie immer bei Olmi, auch ein Werk der Hoffnung, des Neubeginns. (C.H.)
 
Courtesy of Cineteca Nazionale