Eureka, 1983, Nicolas Roeg (Foto: Park Circus/MGM Studios)

Eureka (1983)

Regie: Nicolas Roeg; Drehbuch: Paul Mayersberg nach Who Killed Sir Harry Oakes? von Marshall Houts; Kamera: Alex Thomson; Musik: Stanley Myers; Darsteller: Gene Hackman, Theresa Russell, Rutger Hauer, Jane Lapotaire, Mickey Rourke, Joe Pesci. 35mm, Farbe, 130 min
 
Apotheose und Knackpunkt von Nicolas Roegs Schaffen. Für seinen teuersten Film verzichtet er auf das sprunghafte Schnitt-Stakkato, das bis dato als sein Markenzeichen galt, erzählt dafür ein Epos von kosmischen Dimensionen (wie bei The Man Who Fell to Earth nach einem Drehbuch von Paul Mayersberg) in konsequent unkommerzieller Schräglage, um verblüffenden Inszenierungsideen und widerstreitenden Emotionen freien Lauf zu lassen. Dreigeteilte Erzählung in gänzlich verschiedenen Tonlagen. Goldsucher Gene Hackman zieht einsam durchs Eis, bis der Goldstrom sprudelt, der ihn zum reichsten Mann der Welt macht, aber seinen Lebenssinn raubt: Zwanzig Jahre später sitzt er melancholisch und paranoid im Inselparadies, während Familienbeziehungen, Voodoo-Orgien und Mafia-Intrigen dazwischenkommen. Zuletzt: ein Gerichtsdrama auf Liebe und Tod. Wunschtraum und Alptraum, Exzess und Zerfall, Sehnsucht und Einsamkeit, alles unentwirrbar ineinander verkeilt: der paradoxe Roeg-Cocktail par excellence. (C.H.)
 
Einführung von Christoph Huber am 1. April

Courtesy of the BFI