Breaker Morant, 1980, Bruce Beresford (Foto: National Film and Sound Archive of Australia)

Breaker Morant (1980)

Regie: Bruce Beresford; Drehbuch: Beresford, Jonathan Hardy und David Stevens nach dem Stück von Kenneth Ross; Kamera: Don McAlpine; Musik: Tanunda Brass Band; Darsteller: Edward Woodward, Jack Thompson, John Waters, Bryan Brown, Charles Tingwell. 35mm, Farbe, 107 min
 
Die Führbarkeit von Kriegen basiert auf dem lückenlosen Netz von Zwängen, dem Soldaten ausgeliefert sind und dem die Sprache des Militärs den ehrenwerten Namen Gehorsam verliehen hat. Kubrick, Losey und Rosi haben dieses Zwangsmittel in Militärprozessen gegen Kampfverweigerer dargestellt. Bruce Beresford wählt eine andere Art von Gericht, den Prozess gegen Kriegsverbrecher, um die Absurdität des Rechts im Krieg zu demonstrieren. Im Feldzug des britischen Empire gegen die Buren in Südafrika werden drei australische Soldaten angeklagt, den Tod eines Offiziers mit einem Massaker an Gefangenen gerächt zu haben. Ihr Verteidiger muss erkennen, dass im Prozess die Würfel bereits gefallen sind und das verurteilende System um nicht viel besser ist als die Täter. In Beresfords Fähigkeit, eine historische Epoche zu rekonstruieren, zeigt sich zugleich eine andere Qualität (die das australische Kino ganz allgemein auszeichnet): das Aufspüren aktueller Probleme im Durchforschen der eigenen Geschichte. (H.T.)
 
Courtesy of the NFSA