Long Weekend, 1978, Colin Eggleston (Foto: National Film and Sound Archive of Australia)

Long Weekend (1978)

Regie: Colin Eggleston; Drehbuch: Everett De Roche; Kamera: Vincent Monton; Musik: Michael Carlos; Darsteller: John Hargreaves, Briony Behets, Roy Day, Mike McEwen, Michael Aitkens. 35mm, Farbe, 96 min
 
Im Zuge der Australischen Filmrenaissance der 1970er entstand parallel zu den artistischen Erfolgen von Regisseur/innen wie Peter Weir eine bestechende B-Film-Produktion. Die originellsten Beiträge zur sogenannten Ozploitation lieferte Drehbuchautor Everett De Roche, der mit Long Weekend das letzte Wort zu einem damals populären Subgenre sprach: Er dachte die Horror-Revision des Abenteuerfilms – üblicherweise mit Kannibalen oder Alligatoren als Angreifern – konsequent als mysteriöse, nahezu wortlose und umso bildgewaltigere ökologische Fabel zu Ende. Konventionelle Schocks sind kaum noch nötig. Ein Ehepaar aus besseren Kreisen will bei einem Camping-Wochenende die Beziehung kitten: Ihrem rücksichtslosen Umgang mit Flora und Fauna folgt die gerechte Rache der Natur, umgesetzt als eine Art Tarkovskij-Alptraum aus zunehmend bedrohlichen Breitwandaufnahmen und unheimlichen Klängen der Wildnis. (C.H.)