Wake in Fright, 1971, Ted Kotcheff (Foto: National Film and Sound Archive of Australia)

Wake in Fright (1971)

Regie: Ted Kotcheff; Darsteller: Evan Jones, Kotcheff (ungenannt) nach dem Roman von Kenneth Cook; Kamera: Brian West; Musik: John Scott; Darsteller: Donald Pleasence, Gary Bond, Chips Rafferty, Sylvia Kay, Jack Thompson. 35mm, Farbe, 109 min
 
Martin Scorsese: "Ein Film, der mich sprachlos zurückließ." Ted Kotcheffs legendärer Psychothriller zählt neben Nicolas Roegs Walkabout zu den Meisterstücken der australischen Kino-Neugeburt Anfang der 1970er, die von Ausländern inszeniert wurden. Kotcheffs scharfer Blick für Charakterzeichnung und sein Talent fürs Schaffen einer Atmosphäre latenter Bedrohung ergeben einen Weihnachtsfilm der anderen Art: Über die Feiertage strandet der unzufriedene Lehrer John in einer ehemaligen Minenstadt mit dem Spitznamen "The Yabba", wo das Leben im Wesentlichen nur mehr aus Dauersuff, Kängurujagd und Glücksspiel besteht. Als John sein letztes Geld verspielt, verspielt er auch bald seine Seele: Unter Beihilfe des örtlichen Doktors (genial: Donald Pleasence) lässt er sich in eine atavistische Welt einsaugen, die ihm eigentlich zutiefst zuwider ist. Auch eine Art Horrorfilm, in dem das Grauen rein menschlich ist. Und umso schrecklicher. (C.H.)