Profondo rosso (Rosso – Farbe des Todes), 1975, Dario Argento

Profondo rosso (Rosso – Farbe des Todes)

Regie: Dario Argento; Drehbuch: Dario Argento, Bernardino Zapponi; Kamera: Luigi Kuveiller; Schnitt: Franco Fraticelli; Musik: Goblin, Giorgio Gaslini; Darsteller: David Hemmings, Daria Nicolodi, Macha Méril. 1975, 35mm, Farbe, 127 min. Italienisch mit dt. UT
 
Mit Profondo rosso erklimmt Dario Argento erstmals die vollen Höhen seiner Stilisierungskunst – und zelebriert Kino als unio mystica von Telepathie und Tod. Im tiefroten Theater tritt eine Gedankenleserin bei der Parapsychologischen Konferenz auf und gerät außer sich, als sie im vollen Raum eine böse Präsenz wahrnimmt. Des Nachts dann, daheim, wird sie vom Killer attackiert. Ein fremdländischer Jazzmusiker wird Zeuge ihrer bizarren Ermordung und folgt der Fährte einer Melodie zu einer frisch verputzten, verstörenden Wandmalerei. Sinfonie der Angstlust: Die Schönheit von Argentos Tableaus wird durch Blutspritzer noch veredelt, der Rausch eleganter Kamerafahrten (durch schmerzhaft realistische Todesszenarien) noch verstärkt vom Power-Sound der Progrocker Goblin. Abgesehen von komischen Zwischenspielen eine filmische Vision von überwältigender Intensität: Kino-Auge und trügerische Erinnerung, Analyse von Michelangelo Antonionis Blow Up, Vorstudie zu Brian De Palmas Blow Out. (C.H.)
 
Courtesy of Cinecittà