Reazione a catena (Im Blutrausch des Satans), 1971, Mario Bava (Foto: Stadtkino Basel)

Reazione a catena (Im Blutrausch des Satans)

Regie, Kamera: Mario Bava; Drehbuch: Mario Bava, Giuseppe Zaccariello, Filippo Ottoni; Schnitt: Carlo Reali; Musik: Stelvio Cipriani; Darsteller: Claudine Auger, Luigi Pistilli, Laura Betti. 1971, 35mm, Farbe, 85 min. Englisch
 
Ein Schlüsselwerk des modernen Horrorkinos, verborgen hinter Alternativtiteln wie Ecologia del delitto, Twitch of the Death Nerve, O Sexo na Sua Forma Mais Violenta und Last House on the Left – Part II: Giallo-Maestro Mario Bava nimmt den Slasher-Film vorweg und führt ihn sogleich ab absurdum. Eine idyllische Bucht als Schauplatz scheinbar willkürlicher Morde, 13 an der Zahl, die Handlung im labyrinthischen Sprung von einer Killer-Miniatur zur nächsten. Bavas visuelle Erfindungskraft zeigt sich nicht nur im Kaschieren des Mini-Budgets (als sein eigener Kameramann zaubert er einen Wald an den fast baumlosen Drehort): Er verzichtet auf seine berühmten Kunstfarbenspiele und filmt stattdessen die Gleichgültigkeit der Natur vor der Grausamkeit des Menschen. Eine Erzählung nach konsequentem Eliminierungsprinzip: Hinter subjektlosen Slasher-Extremitäten und Shakespeare'scher Motivverzahnung steckt eine schwarze Komödie über Geschlechterkampf, Gier und Geilheit. (C.H.)