La morte ha fatto l’uovo (Die Falle), 1968, Giulio Questi (Foto: Cineteca Nazionale)

La morte ha fatto l'uovo (Die Falle)

Regie: Giulio Questi; Drehbuch: Franco Arcalli, Giulio Questi; Kamera: Dario Di Palma; Schnitt: Franco Arcalli; Musik: Bruno Maderna; Darsteller: Gina Lollobrigida, Jean-Louis Trintignant, Ewa Aulin. 1968, 35mm, Farbe, 91 min. Italienisch mit engl. UT
 
Marco (Jean-Louis Trintignant) leitet die hochtechnisierte Hühner­farm seiner Gattin Anna (Gina Lollobrigida), wo mit radioaktiven Experimenten und einhergehenden Marketing-Kampagnen an der Gewinnmaximierung gearbeitet wird: Kopfloses Geflügel hat größeren Fleischanteil! Seelischen Ausgleich vom Sklavendasein für die Konzernwelt findet Marco bei mörderischen Messerspielen mit Prostituierten und in der Affäre mit Annas Cousine Gabri (Ewa Aulin). Der radikale Visionär Giulio Questi bekam nur drei Kinospielfilme finanziert, aber jeder ist eine singuläre Offenbarung. Hier wird nicht bloß titelgemäß vom Tod ein Ei gelegt, sondern ein labyrinthisches Gesellschaftsbild des Grauens als Pop-Art-Inferno zelebriert, wo sich die Schauspiel-Superstars in vibrierend-irritierenden Schnittfolgen zur Neutöner-Musik Bruno Madernas beim Giallo-Verschwörungs-Spiel übertrumpfen. Vergeblich: Sieger bleibt das System. Zeitgemäße Zersetzungskunst von unvergleichlicher Pracht: geiler als Godard und abstrakter als Argento. (C.H.)
 
Courtesy of Cineteca Nazionale