Der Verlorene

Der Verlorene (1951)

Regie: Peter Lorre; Drehbuch: Peter Lorre, Axel Eggebrecht, Benno Vigny, Helmut Käutner (Mitarbeit) nach einer Idee von Egon Jameson; Kamera: Vaclav Vich; Darsteller: Peter Lorre, Karl John, Renate Mannhardt, Johanna Hofer, Eva-Ingeborg Scholz. Schwarzweiß, 98 min, Dt. OF
 
Das am tiefsten empfundene Werk des deutschen Nachkriegskinos, die einzige Regiearbeit von Peter Lorre, der - verbittert vom typecasting in Hollywood - in die Heimat zurückkehrte, um ihr einen Spiegel vorzuhalten und eine zweite Karriere zu begründen. An beidem musste Der Verlorene zwangsläufig scheitern: 1951 wollten Publikum (und Kritik) Eskapismus, nicht Erinnerung. Umso größer, einsamer und trauriger ragt dieses persönliche Vermächtnis retrospektiv aus der versöhnten westdeutschen Produktion der Ära. Lorre spielt einen Wissenschaftler, dessen Mordserie während der Nazi-Zeit aus Gründen der Staatsräson von den Machthabern gedeckt wurde. Als er nach dem Krieg in einem Flüchtlingslager seinen ehemaligen Assistenten wieder trifft, wird er von der Last der Vergangenheit überwältigt (und der Schatten von M liegt über Handlung und Stil, einer Mischung aus Expressionismus und Reportage-„Naturalismus“). Ein Meisterwerk über untilgbare Schuld. (C.H.)