Sur le passage ... (Foto: La Fondation agnès b.)

Sur le passage de quelques personnes à travers une assez courte unité de temps (1959)

Regie, Drehbuch: Guy Debord. s/w, 20 min, Frz. OmeU

L'Hypothèse du tableau volé (1979)

Regie: Raúl Ruiz, Drehbuch: Ruiz, Pierre Klossowski, Kamera: Sacha Vierny, Darsteller: Jean Rougeul, Gabriel Gascon, Anne Debois, Jean Narboni. s/w, 67 min, Frz. OmdU

 

Guy Debord verfertigt filmische Notizen über die Geburt des Situationismus, in unverhohlenem Zorn und fast widerwillig hervorbrechender Bildschönheit. Der erste Untertitel lautet "Paris 1952", doch die Attacke richtet sich gegen die Nouvelle Vague von 1959: "Es gibt jetzt Leute, die sich schmeicheln, Filmautoren zu sein", und die "die Konventionen, aus denen sie selbst bestehen, mit einer größeren persönlichen Tiefe inszenieren". L'Hypothèse ist Post-Nouvelle-Vague: eine Meditation über Parallelwelten und Geheimbotschaften, die sich als Zufälle ausgeben. Raúl Ruiz entrichtet seinen Tribut an Borges, Calvino und die paranoiden Geschichten von Pynchon. Und wie bei Ecos Der Name der Rose handelt es sich auch hier um eine Detektivgeschichte. Ein Film über die Notwendigkeit und die Unmöglichkeit von Interpretation - und eine bereits klassische Kino-Parallelaktion zur Philosophie von Barthes und Derrida.