Ningen jôhatsu (Ein Mann verschwindet)

Ningen jôhatsu (Ein Mann verschwindet) (1967)

Regie: Imamura Shôhei, Drehbuch, Kamera: Ishiguro Kenji, Musik: Mayuzumi Toshirô, Darsteller: Tsuyuguchi Shigeru, Hayakawa Yoshie, Hayakawa Sayo. s/w, 130 min, Japan. OmeU
 

Die Filme von Imamura beziehen ihre Energie aus dem Zusammenprall von dokumentarischen und fiktiven Elementen, aus der Kollision des Unerhörten mit dem Alltäglichen (The Pornographers hat den wissenschaftlichen Untertitel An Introduction to Anthropology). Ein Schlüsselwerk in dieser Hinsicht - und seiner Zeit weit voraus - ist Ein Mann verschwindet, der als dokumentarische Arbeit beginnt: Jedes Jahr verschwinden unerklärt zahllose Menschen in Japan; Imamura wählt einen beliebigen Fall und will gemeinsam mit der Frau des Verschollenen nach ihm suchen. Die Frau interessiert sich freilich bald mehr für den Hauptdarsteller, der ihr dabei helfen soll. Ein Mann verschwindet ist das Dokument einer aus dem Ruder laufenden Dokumentation. "Was ist die Wahrheit?" fragt die Protagonistin bei der finalen Konfrontation in einem Teehaus, worauf der Regisseur ein Zeichen gibt und die Wände umfallen: Die Szene spielte in einem Studio. Imamura: "Dem realen Gefühl darf man nicht trauen, es ist eine Fiktion." (C.H.)

Mit Dank an The Japan Foundation

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