Sans soleil

Chris Marker: Lecture von Jean-Pierre Gorin

Sans Soleil (1983)

Ein Film von Chris Marker, Musik: Modest Mussorgskij, Jean Sibelius, Gesangsstimme: Arielle Dombasle, Sprecherin: Charlotte Kerr, Filmzitate: Jean-Michel Humeau, Sana Na N'Hada, Mario Marret & Eugenio Bentivoglio, Danièle Tessier, Haroun Tazieff. Farbe, 103 min, Dt. Fassung

 

Das Werk, das den Begriff "Film-Essay" mehr als jedes andere mit Sinn erfüllt hat: Markers in Briefform gehaltene Reflexionen ("Er schrieb mir ...") sind weniger klassischer Reisefilm (vor allem aus Japan und Afrika) als ein kühner Versuch über das Funktionieren von Erinnerung in kinematografischer Form. Mit vergleichsweise simplen Mitteln hergestellt (auf 30-Meter-Filmrollen gedreht, ohne Synchronton, ohne Team) verblüfft Sans soleil bis heute durch seine virtuosen Perspektivenwechsel und Zeit-Schichtungen - es ist ein Film, der sich zuletzt "selbst erinnert". Entstanden an der Schnittstelle von analoger zu digitaler Arbeitsweise ist der Film im Schaffen Markers ein Wendepunkt, hin zu multimedialen Formen, und eine letzte Hommage an die Bedeutung, die Textur und die Schönheit des Film-Bildes. Ein Meisterwerk. (Constantin Wulff)
 
Die Lecture vor dem Film (in englischer Sprache) enthält Ausschnitte aus Chris Markers Le Mystère Koumiko (1965) und Le Fond de l'air est rouge (1977/93).

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