La Chienne (Die Hündin)

La Chienne (Die Hündin) (1931)

Regie: Jean Renoir; Drehbuch: Renoir, A. Girard nach dem Roman von Georges de la Fouchardière; Kamera: Theodor Sparkuhl; Darsteller: Michel Simon, Janie Marèse, Georges Flamant, Roger Gaillard, Alexandre Rignault. 35mm, s/w, 95 min

Jean Renoir ist der Künstler jenseits der Stile und Moden und auch dann der modernste französische Regisseur, wenn eins seiner Werke aus dem Jahr 1931 datiert. Ein bourgeoiser Bankkassier verfällt einer Schönen der Nacht und wird – bis zur Neige – zu ihrem und zum Opfer der eigenen Passion. Die Femme fatale und der Hampelmann – ein Sujet, das Buñuel und Sternberg, Melodram und Film noir favorisiert haben. Was macht Renoir daraus, der das Klischee und die Eindeutigkeit verschmäht? Vaudeville-Trauerspiel respektive Tragödie im Mantel der Farce, bestückt mit einem Biest, das er nicht minder liebt als den traurigen Clown mit der würdevollen, verquollenen Miene Michel Simons. Ein Gesicht, das ihm so aufregend dünkt wie die tragische Maske im antiken Theater. "Mesdames, Messieurs, Sie werden Zeugen eines großen sozialen Dramas werden", verkündet eingangs der Gendarm im Kasperltheater. Um umgehend vom Guignol verprügelt zu werden: "Ni un drame social ni une comédie à tendance morale!" (H.T.)

Screening dates:

Mo 17.10.2016 18:30
(Frz. OmdU)