Scarlet Street (Foto: Filmarchiv Austria)

Scarlet Street (1945)

Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Dudley Nichols nach La Chienne von Georges de la Fouchardière und dem Theaterstück von André Mouézy-Éon; Kamera: Milton Krasner; Musik: Hans J. Salter; Darsteller: Edward G. Robinson; Joan Bennett, Dan Duryea, Margaret Lindsay, Vladimir Sokoloff. 35mm, s/w, 101 min

Wie macht man ein Remake von Renoirs La Chienne, das eine grausame Variation von Woman in the Window ist? Lächerlich verkommende Leidenschaft. Ein Mord, für den der Falsche büßt. Zum Hobo verkommen: ein Maler, der aus Nacht und Kälte mit ansieht, wie seine Bilder als Gemälde eines "unbekannten Meisters" gefeiert werden. Die Macht des Schicksals als Privathölle, absurd und noir as can be. Jedes Bild ein Ornament der Irritation. Jede Sequenz ein Baustein, der dem Aufbau und kurz später der Zerstörung dient. Das Inventar dem Alltag entstammend, den Edward Hopper gemalt hat: urbanes Amerika der Nacht, der Lüste und der Einsamkeit. Fritz Lang deutet die Welt in magischen Zeichen und Spielfiguren. Seine Zauberformel, die er dem Hollywood-Apparat suggeriert: Verknappung. Das Resultat nimmt sich aus wie eine Obsession, gestanzt von visueller Präzisionsmaschine. Dunkles Muster. Dramen-Konzentrat. Im Räderwerk des Fatums. (H.T.)

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