Elephant, 2003, Gus Van Sant

Elephant (1989)

Regie: Alan Clarke; Drehbuch: Bernard MacLaverty; Kamera: Philip Dawson, John Ward; Darsteller: Gary Walker, Bill Hamilton, Michael Foyle, Danny Small. Video, Farbe, 38 min. Engl. OF

Elephant (2003)

Regie, Drehbuch: Gus Van Sant; Kamera: Harris Savides; Musik: Hildegard Westerkamp; Darsteller: Elias McConnell, John Robinson, Eric Deulen, Alex Frost. 35mm, Farbe, 81 min. Engl. OmdU

Elephant von Alan Clarke: Endpunkt einer der bemerkenswertesten britischen Regiekarrieren, kompromisslose Verdichtung von Clarkes Art of Walking-Kino – und des Nordirlandkonflikts, der "Troubles" samt kollektiver Verdrängung der zugrundeliegenden sozialen Probleme ("the elephant in the room"). 18 seelenruhig absolvierte (Rache?-)Morde in und um Belfast, kontextlos, wie dokumentarisch, in rascher Abfolge präsentiert. Filmgewordenes Mahnmal. Elephant von Gus Van Sant: Raumbegehung einer High School vor und während eines Massakers, inspiriert von Columbine und Alan Clarke, fast ebenso anti-narrativ, in virtuos gesetzten Zeitschleifen. Statt psychologischer Erklärungen: Abtasten von Körpern, Räumen, Oberflächen im hypnotischen Sog langer Fahrten, traumartig untermalt von einem Geräuschteppich aus Gesprächsfetzen und Musique-concrète-Brücken. Die Ruhe der Inszenierung: die Ruhe vor dem Sturm. (C.H.)

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