Lo sceicco bianco (Der weiße Scheich), 1952, Federico Fellini

Lo sceicco bianco (Der weiße Scheich) (1952)

Regie: Federico Fellini; Drehbuch: Fellini, Tullio Pinelli, Ennio Flaiano; Kamera: Arturo Gallea, Leonida Barboni; Musik: Nino Rota; Darsteller: Alberto Sordi, Brunella Bovo, Leopoldo Trieste, Giulietta Masina, Ernesto Almirante. 35mm, sw, 87 min
 
Wie ein gedunsener Putto schwingt der Märchenprinz aus dem Himmel des Fotoromans auf seiner Schaukel ins Diesseits der Pineta und die noch diesseitigere Banalität des römischen Alltags hinab. Ein Traum, dargebracht gemeinsam mit seiner Demontage – wobei es dem Saft des Sarkasmus gewährt ist, in hohem Bogen zu spritzen. Mit unverhohlener Lust destruiert Fellini die Schleier des Talmi, die Abziehbildchen von Abenteuer und erotischem Flair. Aber natürlich liebt er all das, was er verhöhnt – die kleine schäbige Welt hinter dem Tausendundeinenacht am Strand von Fregene, den Weißen Scheich (Rudolph Valentino in Aspik und Pomade), die falschen Odalisken, die vor Mühsal klappernden latin lovers. Und nachdem er die Genüsse der burlesken Kritik voll ausgekostet hat, hüllt er sacht und zart den Mantel einer kleinen Tragödie, die eine Komödie ist, um die Schultern seiner schmerzlich aus der Illusion erwachten Geschöpfe. (H.T.)

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