Age of Innocence

The Age of Innocence (1993)

Regie: Martin Scorsese; Drehbuch: Jay Cocks, Scorsese nach dem Roman von Edith Wharton; Kamera: Michael Ballhaus; Musik: Elmer Bernstein; Schnitt: Thelma Schoonmaker; Darsteller: Daniel Day-Lewis, Michelle Pfeiffer, Winona Ryder, Geraldine Chaplin, Mary Beth Hurt, Richard E. Grant. Farbe, 139 min
 
Im Zeitraffer entfaltende Rosen. Rotgoldbraunbeige Dekors mit Tupfen von Lindengrün. Gleiten in Girlanden und Kreisen, eine Endlos-Ondulation. Überblendungen in Rot. Überblendungen in Gelb und gelbe Rosen. Die Geschichte einer hoffnungslos ungelebten Liebe, die in New Yorks Upperclass von 1870 am Altar der ­Kon­vention geopfert wird. Da jegliches sich im Geheimen oder in der ­Sprache äußerster Andeutung abspielen muss, wird bereits die Berührung zweier Hände zum unerhörten Ereignis. Nichts vermag in solcher Intensität des Minimalen mit jenem glühenden Scheit zu wetteifern, das im Verlauf eines Gesprächs lautlos im Kamin in sich zusammenfällt. Schon eine Sekunde später erweist sich Scorseses zärtliche, verdichtete Filmsprache als unüberbietbar distanziert, kühl, sezierend. Kein Filmemacher der Kinoindustrie, der heute suggestiver und verstörender Geschichten von der Welt zu erzählen wüsste als Martin Scorsese. (H.T.)

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