Cape Fear

Cape Fear (1991)

Regie: Martin Scorsese; Drehbuch: Wesley Strick nach The Executioners von John D. MacDonald; Kamera: Freddie Francis; Musik: Bernard Herrmann, Elmer Bernstein; Schnitt: Thelma Schoonmaker; Darsteller: Robert De Niro, Nick Nolte, Jessica Lange, Juliette Lewis, Joe Don Baker, Robert Mitchum, Gregory Peck, Martin Balsam, Illeana Douglas. Farbe, 127 min
 
Er hasse Remakes, faucht Martin Scorsese, um sich mit wütender Arbeitslust ans farbige Remake von J. Lee Thompsons schwarzweißem Cape Fear (1962) zu begeben. Vom Original übernimmt er die rauschende Musik Bernard Herrmanns und, versetzt in Cameos, die Hauptdarsteller von einst, good guy Gregory Peck, bad guy Robert Mitchum. Cape Fear ist nichts als Fingerübung für Scorsese, zugleich das barock-fulminante Bemühen, die Konventionen allerorts mit Adrenalin vollzupumpen, Personen mit ­Ambivalenz aufzuladen und hergebrachte amerikanische Kino­formulierungen in wilden, bizarren Stil umzuschreiben. So wird die Figur des Anwalts Nolte mit Schatten und Schuld übermalt und die des Racheengel-Exsträflings De Niro mit hybrider Religiosität plus pervers sexueller Attraktion. Der Showdown im reißenden Strom, orchestriert mit Blitz und Donner, Musik und Montage und dem ganzen Kino-Zauber-Apparat, wird dann zu einer Abart von ­Apo­kalypse: als spalte ein gespaltenes Atom die längst nicht mehr ­heile Welt. (H.T.)

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