Alice Doesn't Live Here Anymore

Alice Doesn't Live Here Anymore (1974)

Regie: Martin Scorsese; Drehbuch: Robert Getchell; Kamera: Kent Wakeford; Musik: Richard La Salle; Darsteller: Ellen Burstyn, Kris Kristofferson, Diane Ladd, Jodie Foster, Billy Green Bush, Harvey Keitel, Harry Northup, Martin Scorsese, Larry Cohen. Farbe, 112 min
 
Vorspanntitel vor blauem Samt. Danach Purpurhimmel. Kleine Farm und kleines Mädchen: Idylle aus der Studiofilm-Retorte. Die Rückfahrt der Kamera enthüllt die Szene als Guckkastenbild, Film im Film und Kindheitstraum von Alice, 35 Jahre, Ehefrau, Mutter, bald Witwe. Alice schließt an women's pictures der 30er/40er Jahre an und untersucht, wie Seifenoper ohne Seife und Melodram ohne Melos gerät: Den leading part spielt nicht Joan Crawford, sondern Ellen Burstyn, und der schicke Upper-Class-Dekor wird abgelöst vom mediokren Inferno der Fastfood-Motel-Snackbar-Kultur. Den Traum, etwas zu sein, Sängerin zu werden in der patriarchalischen Welt, führt Scorsese wie ein Anthropologe vor, mit mobiler Handkamera in tristbunten Bars des Südwestens. The American Dream: ein glanzloser Alltag, bestückt mit neurotischen oder hochgradig gewöhnlichen Männern und einer sogenannt normalen Frau, die nichts weiter versucht, als eigene Wege zu gehen. (H.T.)

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