The Aviator

The Aviator (2004)

Regie: Martin Scorsese; Drehbuch: John Logan; Kamera: Robert Richardson; Musik: Howard Shore; Schnitt: Thelma Schoonmaker; Darsteller: Leonardo DiCaprio, Cate Blanchett, Kate Beckinsale, John C. Reilly, Alec Baldwin, Alan Alda, Ian Holm, Willem Dafoe. Farbe und s/w, 170 min
 
Höhenflug und Absturz des Howard Hughes, Überflieger, ­Flug­fanatiker, Tycoon, Regisseur, Frauenheld. Wobei „Höhenflug“ wie „Absturz“ faktisch und metaphorisch gesehen werden können in diesem Werk, das sich des kümmerlichen Genres Biopic bedient, um ein Grandeur-Destillat daraus zu brennen: Scorseses Citizen Kane, Film eines Getriebenen über einen Getriebenen. Noch schneller, höher, besser: Amerikas Traum als Hybris und Wahn - und Wahnsinn. Hughes ist Himmelstürmer, Legende zu Lebzeiten und jener Mann, in dessen Siegermiene Züge von Misstrauen, ­Irritation und Pein zu flackern beginnen. Rise and fall: eine via ­dolorosa. Die Hand, die eben noch die Chromhaut des Flugzeugs liebkoste, müht sich in vergeblicher Qual, die eigene Haut keimfrei zu waschen. Wie ein Mythos erkrankt und die Vergötzung der Oberfläche in Verrücktheit kippt. Der Held des 20. Jahrhunderts: Ikarus, zerschellt. Als Opfer seiner Zwänge hockt er rettungslos im Gefängnis klinisch reiner Paläste. Die Hölle sind wir. (H.T.)

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