Veillées d'armes - The Troubles We've Seen

Veillées d'armes - The Troubles We've Seen (1994)

Ein Film von Marcel Ophüls; Kamera: Pierre Boffety, Pierre Milon, Farbe und s/w, 234 min
 
"Es ist auffällig, wie sich die Entwicklung des Fernsehens gleichzeitig mit den Problemen der Globalisierung vollzieht." Marcel Ophüls' lang geplante "Geschichte des Journalismus in Zeiten des Krieges" ist eine schöne Illustration dieser Idee und bezeichnenderweise seine bislang letzte Arbeit. Ganz klassisch der Beginn der langen Film-Reise: Der Autor besteigt 1993, unzeitgemäß wie eh und je, in Paris den Nachtzug und reist nach Sarajevo, wo er auf dem Höhepunkt der serbischen Stadtbelagerung die Medienleute im Holiday Inn befragt. Ophüls bleibt seiner filmischen Methode treu, intensiviert angesichts der Situation die Verknüpfung von ­dokumentarischen und fiktionalen Zeugnissen und verdeutlicht in seiner Analyse die Kluft zwischen aufrichtigem Engagement vor Ort und den Strategien der medialen Verwertungsketten. Exemplarisch dafür John Burns, der Korrespondent der New York Times, dem Ophüls' Sympathien gelten: Burns wird nach Jahren zwangsversetzt, als seine präzisen Beobachtungen auch die Schuldigen des Konflikts benennen. Ophüls' wenig hoffnungsvoller Befund: Mit der Erosion der Bilder wird die Unaufrichtigkeit zur Norm. (C.W.)

Screening dates:

Mi 09.06.2010 19:00
(Frz. OmdU)