Frankenstein

Frankenstein (1931)

Regie: James Whale; Drehbuch: Garrett Fort, Francis Edward Faragoh nach dem Roman von Mary Shelley; Kamera: Arthur Edeson; Darsteller: Colin Clive, Boris Karloff, Mae Clarke, John Boles, Frederick Kerr. 35mm, s/w, 69 min

 

Um vieles besser sowohl als der Horror des deutschen Kinoexpres­sionismus, der ihn inspiriert hat, als auch die Flut filmischer Nachfolger, die er selbst inspirierte. Zwei epochale Themen unter einem grandios einfachen und märchenhaft düsteren Hut – der Wissenschaftler, der Gott zu spielen beliebt, und das Geschöpf, das sich von seinem Schöpfer verlassen sieht. Angesiedelt in einem Studio-Nachtuniversum aus Friedhöfen, klaustrophobisch finsteren Türmen und zyklopischen Laboratorien: das Drama von Dr. Frankenstein, der den idealen, also künstlichen Menschen zu konstruieren sucht – aus dem gar nicht idealen Material von Leichenteilen und Mördergehirn. Die Kreation wird zum Monster, das Monster zum gehetzten Opfer und der Film vom Horrorstreifen zur passionierten und ambivalenten Liebeserklärung an beide. In der Rolle des „Wesens“ ein schlicht großartiger Akteur namens W. H. Pratt, ein klein wenig bekannter vielleicht unter seinem Künstlernamen: Boris Karloff. (H.T.)

Einführung von Hans Langsteiner am 31.8.

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