Freaks

Freaks (1932)

Regie: Tod Browning; Drehbuch: Tod Robbins; Kamera: Merritt B. Gerstad; Darsteller: Wallace Ford, Leila Hyams, Olga Baclanova, Roscoe Ates, Harry & Daisy Earles, Daisy & Violet Hilton, Schlitzie, Prince Randian. 35mm, s/w, 63 min

Ein Monolith in der Geschichte des kommerziellen Kinos, fremd­artig wie Gestein von anderen Planeten. Eine Perle, wunderlich seltsam und zugleich wunderbar schön. Freaks, ein Film, der gemäß den Gesetzen der Industrie gar nicht bestehen dürfte, stellt das Genre schlichtweg auf den Kopf. Der halbe Mann, die an Marsmenschen gemahnenden siamesischen Zwillinge, die Dame mit Bart, der lebende Torso sind keine Kreationen der Kinoillusion, sondern reale Geschöpfe: das Phantastische wirklich, das Wirkliche phantastisch. Zudem radikalisiert Tod Browning einen Zug, der im Horrorfilm stets latent anwesend ist. Nicht die schrecklichen ­Wesen erscheinen als Monster, sondern die normalen Menschen, jene, deren Kälte und Berechnung nur zu sehr der unseren gleicht. Freaks ist in all seinen berührenden und horriblen Momenten großartig nüchtern, trocken, lapidar und stets erpicht auf die kürzeste, schmuckloseste filmische Aussage – eine Kino-Singularität, wahlverwandt den Werken des großen Don Luis Buñuel. (H.T.)

 

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