Der Golem: Wie er in die Welt kam

Der Golem: Wie er in die Welt kam (1920)

Regie: Paul Wegener, Carl Boese; Drehbuch: Henrik Galeen, Wegener; Kamera: Karl Freund; Darsteller: Paul Wegener, Albert Steinrück, Lyda Salmonova, Ernst Deutsch, Otto Gebühr. 35mm, Farbkopie, ca. 86 min
 

„Ist so etwas möglich? Ist es denkbar, dem Filmband eine solche Gewalt, eine Zaubermacht, die allein höchsten Kunstschöpfungen innewohnt, einzuhauchen?“ fragte sich die zeitgenössische Kritik begeistert. Paul Wegeners dritter Golem-Film griff (als erster) auf die alte Legende von dessen Erschaffung zum Schutz des Prager Ghettos durch Rabbi Löw zurück. Und er wies in die Zukunft des Horrorfilms: Der aus einem Brocken Lehm geschaffene Hüne, von Wegener selbst eindrucksvoll verkörpert, wurde zum Archetyp des Filmmonsters und beeinflusste nicht nur Frankenstein. Der künstliche Mensch gerät außer Kontrolle, die Stimmung ist noch sagenhaft und verzaubert, nicht zuletzt dank der Kameraarbeit von Karl Freund und der Bauten von Hans Poelzig. Vor allem im verwinkelten Ghetto gewinnt der flächige „Caligarimus“ an Bildtiefe: „Nicht Prag, sondern eine Stadt-Dichtung, ein Traum, eine architekto­nische Paraphrase zum Thema Golem“, so Paul Wegener. (C.H.)
  
Restaurierte Fassung courtesy Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
 
Einführung von Oliver Hanley
 
Am Klavier: Gerhard Gruber

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