Funny Bones

Funny Bones (1995)

Regie: Peter Chelsom; Drehbuch: Chelsom, Peter Flannery; Kamera: Eduardo Serra; Musik: John Altman; Darsteller: Oliver Platt, Jerry Lewis, Lee Evans, Leslie Caron, Richard Griffiths, Oliver Reed. 35mm, Farbe und s/w, 127 min
 
Peter Chelsom war eine Regiehoffnung, deren idiosynkratischer Sinn für Stimmungs- und Tempowechsel sich nicht in Einklang bringen ließ mit dem immer brutaleren Formatierungsdruck der Geldgeber. Was da alles drin gewesen wäre, demonstriert sein Zweitling, Funny Bones: eine zwischen Las Vegas’ Glamour-Welt und der müffeligen Brit-Entertainment-Ewigkeit Blackpools angesiedelte, ästhetisch widerborstige, mit Krimielementen angereicherte, von Horror-Affekten durchzogene, verführerisch ungesunde Mixtur aus Komödie und Melodram, in der sich alle narrativen Bewegungen beunruhigend sicher dorthin ausrichten, wo die Leichen begraben sind. Chelsom besetzte Lewis als das, was er mittlerweile ist – ein unerreichbares Vorbild (unerreichbar sogar für den jung-genialen Lee Evans). Und so schließt sich ein Lebenskreis: War er in Werken wie That’s My Boy oder The Caddy der Sohn im Schatten des ­Vaters, so ist es nun Lewis, der den Nachwuchs in die Verzweiflung treibt. (R.H.)

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