Bonjour Tristesse

Bonjour Tristesse (1958)

Regie: Otto Preminger; Drehbuch: A. Laurents nach dem Roman von Françoise Sagan; Kamera: Georges Périnal; Musik: Georges Auric; Darsteller: Deborah Kerr, David Niven, Jean Seberg, Juliette Gréco. 35mm, Farbe und s/w, 94 min

 
Vor dem Spiegel sinniert eine ungebärdige Teenager-Tochter (Jean Seberg) darüber, wie sie eifersüchtig das Glück ihres gelangweilten und alternden Playboy-Papas (David Niven) zerstört hat. Rückblende aus der tristen Schwarzweiß-Gegenwart in die Technicolor-Traumwelt der Erinnerung zu dessen sonnenbeschienener Riviera-Romanze mit einer Besucherin (Deborah Kerr), die das Laissez-faire in der Villa des eingespielten Vater-Tochter-Teams empfindlich stört. Mit gewohnter Objektivität macht Otto Preminger aus dem tendenziell seifigen Stoff eine dornige Meditation über die Motive der Menschen und ihre Undurchschaubarkeit. Am Zenit seiner inszenatorischen Virtuosität bindet er mit ausbalancierten Breitwandbildern und langen Einstellungen die Figuren aneinander: CinemaScope (trotz Landschaftspracht) nicht als Spektakelformat, sondern zur Intensivierung des intimen Dramas – bis zum bitteren Ende, von dem aus Jean-Luc Godard Jean Sebergs Figur in À bout de souffle weiterdenkt. (C.H.)

 

Preserved by the Museum of Modern Art with funding provided by the Hollywood Foreign Press Association and The Film Foundation

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